Stoppt Schröders Sozialraub durch revolutionären
Klassenkampf
Die vergangene Periode war durch den Irak-Krieg,
die damit verbundene, offen ausgetragene imperialistische Konkurrenz und die
innere Mobilmachung für die Ambitionen des deutschen Imperialismus
gekennzeichnet. Militarismus, Abbau demokratischer Rechte, Sozialabbau,
Lohnraub, Rassismus entwickeln sich in diesem Rahmen.
Die bürgerliche Arbeiterpartei SPD setzt
unter Bundeskanzler Schröder ihren Weg als Bluthund der deutschen
Bourgeoisie konsequent fort. Die kleinbürgerlichen Grünen - einst
u.a. aus der schwarz-rot-goldenen Friedensbewegung entstanden und angetreten
als Bürgerrechtler, Pazifisten und Antirassisten - haben bewiesen, dass
ihr eigentliches Prinzip darin besteht, den Interessen des deutschen
Imperialismus zu dienen. Die PDS kritisiert zwar hin und wieder lauwarm die von
der SPD durchgeführte bürgerliche Offensive, bekämpft sie aber
nicht sondern setzt sie in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin selbst gnadenlos
mit Sparhaushalten, Abschiebungen und Repression um.
Die sozialdemokratisch geführte Regierung
übertrifft mit ihren Angriffen die bundesrepublikanischen
Vorgängerregierungen. Die pausenlos verkündeten ökonomischen
Angriffe von SPD/Grünen gegen Arbeiter, Arbeitslose, Rentner,
Sozialhilfeempfänger übertreffen bei weitem alle Sparpakete der
Kohlregierung. Der Abbau demokratischer Rechte hat nach dem 11. September ein
rasantes Tempo angenommen. Jeder halbwegs relevante Widerstand kann
zukünftig unter das Terror-Verdikt fallen. Die Hexenjagd der
Rasterfahndung gegen muslimische Menschen ist in vollem Gange. Haben Kohl und
Kanther die Abschiebung in "sichere Drittstaaten" durchgesetzt, so drängen
Schröder und Schily im Rahmen der EU darauf, Asylbewerber auch in
Drittstaaten abschieben zu können, welche die internationalen
Flüchtlings- und Menschenrechtskonventionen nicht unterzeichnet haben.
Damit lassen sie jeden humanitären Anschein fallen. Die Bundesregierung
hat die Bundeswehr im Jugoslawienkrieg in den ersten Angriffskrieg seit 1945
geschickt, und der sozialdemokratische Verteidigungsminister Peter Struck
proklamiert die Verteidigung deutscher Interessen am Hindukusch. Gleichzeitig
schürt die Regierung die innerimperialistische Konkurrenz mit den USA.
Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, jede Art
von Antiamerikanismus zu bekämpfen. Wie Schröder es im letzten
Wahlkampf vorgeführt hat, versucht die deutsche Bourgeoisie, mit
Antiamerikanismus den Burgfrieden herzustellen. Sie versucht so letztlich, die
Schuld am Sozialraub auf den US-Konkurrenten abzuschieben und mit der
Notwendigkeit zu rechtfertigen, dass Deutschland/Europa den USA in der
Weltmarktkonkurrenz Paroli bieten müsse. Aber weder müssen sich
Arbeiter gegen "amerikanische Verhältnisse" wehren - sondern gegen die
naturgemäß nicht weniger grenzenlose Profitgier der deutschen
Bourgeoisie - noch ist die neuerdings auch von Bürgerlichen gern als
"imperialistisch" titulierte amerikanische Politik schuld an den "Sach-" und
"Sparzwängen". Die Ursache ist die Existenz des imperialistischen
Konkurrenzsystems, an dessen Erhaltung die deutsche Bourgeoisie nicht weniger
Interesse als die amerikanische hat. Der Hauptfeind steht im eigenen Land: Es
ist die deutsche Bourgeoisie und ihre sozialdemokratisch-grüne Regierung.
Jede andere Logik heißt letzten Endes, perspektivisch der eigenen
Bourgeoisie in den dritten Weltkrieg um die Aufteilung der Welt zu folgen.
Brecht mit der Sozialdemokratie!
Das entscheidende Hindernis für einen
effektiven Widerstand gegen diese Angriffswelle ist der Einfluss der
Sozialdemokratie in der Arbeiterklasse. 1996 gab es angesichts geringerer
Angriffe der Kohlregierung zumindest eine Protest-Demonstration von gut einer
halben Million. Damals sorgten die Gewerkschaftsbürokraten dafür,
dass daraus kein Flächenbrand sondern nur ein kollektives Dampfablassen
wurde, indem sie die Arbeiter auf die Wahlen 1998 vertrösteten und zur
Wahl der SPD aufforderten. Jetzt haben sie ihre SPD an der Macht und jeder im
Rahmen des Parlamentarismus denkbare Regierungswechsel erscheint ihnen als
"größeres Übel" für ihre Privilegien. Schließlich
stellen zunehmende Teile der deutschen Bourgeoisie den Nutzen ihrer
"Vermittlerrolle" und die "Sozialpartnerschaft" in Frage. Deshalb versuchen die
DGB-Bürokraten, Proteste von vornherein zu verhindern und, sofern dies
nicht ganz gelingt, die Wut von der Bundesregierung auf die Union und ihre
Pläne zur Abschaffung der Tarifautonomie umzulenken. Die Arbeiterklasse
muss die Tarifautonomie natürlich verteidigen, aber sie darf sich dadurch
nicht vom Kampf gegen die Sparmassnahmen der SPD/Grünen-Regierung ablenken
lassen. Illusionen unter den Arbeitern, die SPD sei trotz allem das kleinere
Übel verglichen mit einer CDU/CSU/FDP-Regierung, entwaffnen die
Arbeiterklasse. In der kapitalistischen Strukturkrise wird die nächste
Regierung immer schlimmer sein als die jetzige - egal welche Partei sie
führt. Das Kapital ist gezwungen, die Angriffe zu eskalieren, um die
Profite zu maximieren. Die zunehmende innerimperialistische Konkurrenz diktiert
unerbittlich das Regierungsprogramm. Das ist die Ursache hinter dem
Verschwinden der parteipolitischen Unterschiede. Die SPD erklärt den
Arbeitern, sie müssten heute verzichten, um den Sozialstaat für die
Zukunft zu retten. Kommunisten müssen erklären, dass es genau diese
Illusionen sind, die es der SPD erlauben, die besseren Sozialabbauer und
Lohnräuber zu sein, weil sie den Widerstand lähmen.
Hier zeigt sich das ganze Elend des
Reformismus, d.h. bürgerlicher Arbeiterpolitik, in der imperialistischen
Krise: Den Arbeitern hat er nur noch Verzicht zu bieten; die Arbeiter
können sich aber nicht befreien, ohne sich zuvor vom Einfluss des
Reformismus zu befreien. Seit 1914 verhindert der reformistische Einfluss in
der Arbeiterschaft die proletarische Revolution. 2003 verhindert er sogar,
leider bisher erfolgreich, jeden nennenswerten Klassenkampf gegen den
kapitalistischen Generalangriff.
Die meisten Gruppen der Linken versagen vor der
Aufgabe, den Einfluss der Sozialdemokratie zu bekämpfen. Einige ignorieren
die besondere Rolle der SPD als bürgerliche Arbeiterpartei, d.h. als
Agentur der Bourgeoisie in den Reihen der Arbeiterbewegung, indem sie sie
einfach als rein bürgerliche Partei betrachten. Dies machen z.B.
Revolutionär Sozialistischer Bund (RSB), Partei für Soziale
Gleichheit (PSG) oder Sozialistische Alternative Voran (SAV), die dann den
Ersatzsozialdemokraten von der PDS ihre Wählergunst schenken und/oder sich
mit linksreformistischen Programmen im Stile der guten alten Tante SPD der
20er, 30er oder 70er Jahre als neue Alternative aufstellen.
Die Gruppe Arbeitermacht (GAM) bleibt dagegen
bei ihrer strategischen Wahlunterstützung für die SPD, selbst dann,
wenn sie in ihrem Wahlkampf keine klassenkämpferischen Illusionen
verbreitet sondern einen Katalog von Kürzungen und Angriffen
verkündet. Selbst nach der Wahl kann sich die GAM nicht von ihren
Illusionen in die SPD lösen. Sie selbst ist damit der beste Beweis, dass
ihre Strategie der kritischen Wahlunterstützung nicht funktioniert,
weil sie die Illusionen in die SPD nicht zerstört sondern
stabilisiert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der
GAM-Artikel "Ausbildungsplatzabgabe - Wer nicht ausbildet, zahlt! " aus Neue
Internationale Nr. 85 vom November 2003. Demnach "präsentiert die
Bundesregierung ein Trauerspiel und lässt sich von den
Unternehmerverbänden erpressen: die aufgestellte Forderung nach einer
Umlagefinanzierung wird relativiert. Wirtschaftsminister Clement als auch
Bildungsministerin Buhlman machen Rückzieher und appellieren an die
Wirtschaft, den Ausbildungskonsens einzuhalten. Aber auch sie wissen genau,
dass die einzige Chance, eine qualifizierte Ausbildung für alle
möglich zu machen und zu finanzieren, ist, dass die Unternehmen, die nicht
ausbilden wollen, eine Abgabe zahlen müssen. Mit reinen Appellen an die
Ausbildungszusage aus dem Ausbildungskonsens wird nichts passieren." Mit
solchen Belehrungen an die Adresse der SPD passiert auch nichts.
Die Bundesregierung erscheint hier nicht als
Regierung des Kapitals sondern vielmehr als eigentlich gute (nur viel zu
schwache) Kraft, die von den Kräften der bösen Wirtschaft vor sich
her getrieben wird.
Das ist reformistischer Blödsinn. Der
Kapitalismus braucht keine Vollbeschäftigung. Ein Teil der Jugendlichen
ist als Facharbeiter schlichtweg überflüssig. Die Regierung
weiß das und setzt es um. Die Regierung nicht nach ihren konsequenten
Taten (konsequent kapitalistisch) sondern nach ihren halbherzigen Worten und
ihrem Geschwätz von gestern zu beurteilen, ist einfach nur naiv. Das ist
Juso-Politik.
Der Mangel an Ausbildungsplätzen folgt im
Kapitalismus aus dem Mangel an Arbeitsplätzen, d.h. dem damit gesenkten
Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Beides zusammen resultiert aus
der Verfügungsgewalt des Kapitals über die produzierten
Reichtümer und Produktionsmittel. Die erste notwendige Forderung wäre
also die, nach der Verteilung der Arbeit auf alle Hände durch
Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Die zweite wäre die,
nach einem ganzen Programm öffentlicher Maßnahmen - darunter
Ausbildungsmaßnahmen - finanziert vom Kapital. Ein solches Programm kann
aber nur dann eine fortschrittliche Wirkung haben, wenn es nicht unter der
Regie des bürgerlichen Staates steht sondern unter der Kontrolle der
Arbeiter. Die notwendigen gesellschaftlichen Reichtümer werden nur dann
nachhaltig in solche Programme fließen, wenn die Arbeiter die Macht der
Bourgeoisie gewaltsam brechen und sie enteignen. Reformistische peanuts, wie
eine Ausbildungsabgabe, sind nicht einmal ein Tropfen auf den heißen
Stein - und selbst den gibt die Bourgeoisie nicht freiwillig her.
Feuert die reformistische Gewerkschaftsführung!
Notwendig gegen den kapitalistischen
Generalangriff wäre ein proletarischer Generalstreik, der klar macht, wer
den Reichtum produziert und der die Eigentums- und Machtfrage stellt. Dies ist
etwas anderes als 24-Stunden-Streiks zum Dampf ablassen, wie sie die SAV
propagiert.
Doch trotz des Frontalangriffes gegen die
Ausgebeuteten und Unterdrückten bleibt ein auch nur annähernd
angemessener Widerstand aus. Die Sozialproteste des abgelaufenen Jahres haben
die Herrschenden jedenfalls nicht beeindruckt.
Die von der Gewerkschaftsführung
inszenierte Niederlage des Ostmetallerstreiks hat die Arbeiter entmutigt und
das Kapital ermutigt: Statt der 35-Stunden-Woche im Osten, steht jetzt die
40-Stunden-Woche im Westen auf der Tagesordnung. Die Versuche der
(Gewerkschafts-)Linken - einschließlich vorgeblich trotzkistischer
Gruppen wie Linksruck, SAV und GAM - die Verantwortung für diese
Niederlage allein den sog. Modernisierern um Zwickel und Huber anzulasten, um
den Traditionalisten Peters zu entlasten und in der Folge gar eine
Wahlunterstützung bei den IGM-Wahlen zu geben, ist haltlos und
opportunistisch. Es war zwar Zwickel, der die Niederlage besiegelte, aber
Peters trägt ebenso die Verantwortung dafür: Es wurde fast
ausschließlich in Ostdeutschland mobilisiert und auch dort nur ein
kleiner, isolierter Teil der Arbeiter, deren Streikpostenketten durch den
Legalismus der reformistischen Streikführung in einen Witz verwandelt
wurden. Peters hat den Kampf also von vornherein so geführt, dass die
Kampfkraft der Arbeiter kastriert und die Niederlage vorprogrammiert war. Bei
den anschließenden IG Metall-Wahlen trat er im Tandem mit Huber an. Er
hat keinen Kampf gegen die Modernisierer geführt sondern deren
Wortführer zum Chef der Tarifpolitik gemacht. So jemandem im Namen des
Klassenkampfes eine Wahlunterstützung auszusprechen, ist Verrat.
Die GAM leugnet diese Realität und
schürt Illusionen in Peters und die "Traditionalisten" unter den
Gewerkschaftsbürokraten, wenn sie erklärt:
"Trotz [!] Peters Sieg: In den Gewerkschaften sind die Rechten
im Vormarsch" und es sei "notwendig ... für die Linke in den
Gewerkschaften ..., nach der Streikniederlage im Osten die 'Traditionalisten'
gegen die Rechte zu verteidigen, um so auch ihren eigenen Handlungsspielraum zu
sichern" (Neue Internationale Nr. 83, September 2003) - auch wenn man
natürlich von beiden Flügeln keine Lösung der Gewerkschaftskrise
erwarten könne.
Dies stellt eine politische Verteidigung des
Peters-Flügels der IG Metall-Bürokratie dar. Mit der
Sowjetbürokratie wollte die GAM Zeit ihrer Existenz keinen
militärischen Block zur Verteidigung der bürokratisierten
Arbeiterstaaten gegen die Konterrevolution eingehen; sozialdemokratischen
Bürokraten gibt sie großzügig politische Unterstützung -
angeblich zur Verteidigung der Handlungsspielräume der politisch diffusen
Gewerkschaftslinken, als deren Teil sie sich betrachtet. Also: Laut
"Modernisierer" Huber sollen gewerkschaftliche Handlungsspielräume durch
Anpassung an das Kapital und seine sozialdemokratisch geführte Regierung
(die man so gegen die Rechten von der Union verteidigt)
verteidigt werden. Laut "Traditionalist" Peters sollen die eigenen
Handlungsspielräume durch Anpassung an die "Modernisierer"
verteidigt werden, weil man so die Einheit der Gewerkschaften gegen die
rechten gesellschaftspolitischen Versuche zur Schleifung der Gewerkschaften
verteidigt. Und, laut den Pseudo-Revolutionären von der GAM, muss
man Peters gegen den "Rechten" Huber verteidigen, um linke
Handlungsspielräume zu verteidigen. Und am Ende schwimmen alle brav
im Fahrwasser der Bourgeoisie; denn die Klassenunabhängigkeit der
Gewerkschaften vom Kapital geht bei soviel "Verteidigung" gegen die
"Rechten" garantiert weiterhin Baden.
Im Sommer blies die
Gewerkschaftsbürokratie die Proteste gegen die Agenda 2010, nach
erfolgreicher Demobilisierung, vorerst ab. Noch am 30. Oktober 2003 bewertete
"DGB-Chef Michael Sommer in der Leipziger Volkszeitung Demonstrationen und
Kundgebungen gegen die Bundesregierung als »nicht besonders
aussichtsreich«" (junge welt, 03.11.2003). Am 1. November kam es
also, gegen den politischen Widerstand der Gewerkschaftsspitzen, auf Druck der
Basis und von Gewerkschaftslinken sowie ATTAC zu einer Protestdemonstration in
Berlin. Angesichts des Widerstandes durch die Agenten der Bourgeoisie in den
Reihen der Arbeiterbewegung kann man 100 000 Demonstranten als Erfolg bewerten.
Gemessen an der Schärfe der Angriffe war es eine Niederlage, welche die
SPD/Grünen-Regierung ermutigte, in einer informellen Großen
Koalition das Tempo der Reformen, d.h. die Angriffe, zu beschleunigen.
Offensichtlich war es nicht möglich, an
den großen Gewerkschaften vorbei effektive Proteste zu organisieren. Der
Versuch der GAM, durch ein Netzwerk von Bündnissen, Sozialforen etc. aus
einem bunten Sammelsurium von Basisgruppen eine Alternative zu den
gewerkschaftlichen Kampforganisationen der Arbeiterklasse aufzubauen, wird
scheitern. Er ist nur ein Ausweichen vor dem Kampf für die
revolutionäre Eroberung der Gewerkschaften durch kommunistische
Gewerkschaftsfraktionen, den die GAM, typisch zentristisch abstrakt,
natürlich auch führen will. Solange die Gewerkschaften aber
reformistisch kontrolliert bleiben, wird sich die Gewerkschaftsbürokratie,
dank ihres Einflusses auf die Arbeiter und ihrer Gelder, jede nennenswerte
"unabhängige" Basisbewegung neben sich unter den Nagel reissen, so wie sie
es mit ATTAC getan hat. Ebenso hoffnungslos ist jeder Versuch, die
reformistische Gewerkschaftsführung durch pressure-group-Taktiken bewegen
zu wollen, ohne sie zu stürzen, denn die reformistischen
Gewerkschaftsführungen halten ihrer Regierung bewusst die Nibelungentreue.
Für sie ist die SPD nämlich - anders als für die Arbeiter -
tatsächlich das kleinere Übel gegenüber der Union. Die
pressure-group-"Rebellen" enden mit ihren Illusionen in die Bürokratie
entweder enttäuscht und verbittert im Abseits oder gezähmt und
gekauft in den Reihen der Bürokratie.
Für Gewerkschaftsfraktionen auf dem
Übergangsprogramm
Es gibt keinen kürzeren Weg zum Erfolg als
den Aufbau konsequent klassenkämpferischer Gewerkschaftsfraktionen durch
eine revolutionäre Partei. Solche Fraktionen können nicht auf einem
"Aktionsprogramm" oder einem wie auch immer genannten Minimalprogramm aufgebaut
werden sondern nur auf einem vollen Übergangsprogramm, d.h. auf einem Plan
zur Eroberung der Macht durch das Proletariat, wie wir es im letzten
BOLSCHEWIK skizziert haben:
"Ein revolutionäres Übergangsprogramm
stellt dem Programm des Kapitals "mehr Arbeit für weniger Lohn" und der
Plage der Erwerbslosigkeit die Forderung nach der Verteilung der Arbeit auf
alle Hände durch radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem
Lohnausgleich gegenüber. Es stellt dem Geschäftsgeheimnis und den
Bilanzfälschungen der Konzerne sowie der arbeiterfeindlichen und allein
profitorientierten Steuerung der Produktion durch die Kapitalisten und ihre
Manager die Forderung nach der Offenlegung der Bücher und aller
Geschäftsvorgänge sowie nach einer Kontrolle der Produktion durch die
Arbeiter gegenüber.
Zu diesem Zweck propagiert es die Organisierung
der Arbeiter in Fabrikkomitees und landesweiten Räten. Diese Organe der
Arbeitermacht sind auch berufen, das Kapital zu enteignen und an die Stelle der
Profitgier und Marktanarchie eine Planung der Wirtschaft mit dem Ziel der
Bedürfnisbefriedigung zu setzen.
Auf die Repression durch den Staat des
Kapitals, dessen private Sicherheitsdienste und die anwachsenden faschistischen
Terrorbanden reagiert das Übergangsprogramm mit der Bewaffnung der
Arbeiterklasse, dem Aufbau von Arbeitermilizen und dem Sturz des
bürgerlichen Staates durch eine Arbeiterregierung....
Die notwendigen wirtschaftlichen und sozialen
Klassenkämpfe müssen dabei verbunden werden mit dem Kampf gegen den
"rot"-grünen Staatsrassismus durch Einwanderungsbeschränkungen,
Abschiebeterror, Festung Europa und Rasterfahndung, gegen Repression und
Überwachungsstaat sowie gegen Militarismus und Imperialismus. Es ist die
Aufgabe von Revolutionären alle Kämpfe gegen Ausbeutung und
Unterdrückung mit Hilfe des Übergangsprogramms um die Achse des
revolutionären Klassenkampfes zu bündeln. So können sie den
Arbeitern helfen, die spontane Tendenz zur ökonomistischen
Beschränkung ihrer Kämpfe zu überwinden und den Blick auf das
große Ganze zu lenken:
Nur eine sozialistische Arbeiterrevolution kann
ihre tagtäglichen Probleme radikal und anhaltend lösen."